Donnnerstag, 27.06.04
Die Reise fing für mich eigentlich ganz gut an, ausser dass ich beim
Metalldetektor erstens den Gurt aus der Hose ziehen durfte und dann doch voll
vergessen habe, meinen Schlüsselbund in das Kistchen zu legen. Das war
denen Metall genug, um mich hinter den Vorhang zu bitten. Zum Glück war
der Sicherheitsbeamte kein Homo die Untersuchung mit dem Gummihandschuh und
dem Befehl "Bitte bücken undn entspannen" entfiel. *grins*
Abflug war um 21:30 in Zürich, Ankunft in London um 22:15 Lokalzeit.
An und für sich war es ein ruhiger Flug, bis
auf die Tatsache, dass wir 20 Minuten zu spät abgeflogen sind. Das war
soweit noch kein Beinbruch, problematisch wurde es erst, als wir in London
auch noch dementsprechen spät gelandet sind. Als ich dann aus dem Terminal
in London Luton raus bin, durfte ich erst mal ne halbe Stunde auf den Bus
warten, der Shuttle zwischen Terminal und Flughafen ist. o_O
Am Bahnterminal durfte ich mit Freuden feststellen, dass der Zug nach London
soeben abgefahren ist, und der nächste Zug der letzte ist für heute,
und das um 23:15. Dass der Zug nochmal 5 Minuten zu spät kam, lasse ich
mal weg.
Statt um 23:45 war ich um rund 23:55 an Kings Cross und dier Metro fährt
um Mitternacht nicht mehr. Wie dass ich von Kings Cross nach Earls Court komme,
war das nächste Rätsel. Auf dem Zug von Luton nach London hab ich
noch ein paar Leute kennengelernt, darunter einen Australier, der in London
lebt, mit seiner schweizer Freudin aus Zürich und ihrer Kollegin. Diese
wollten ebenfalls nach Earls Court, also war der Weg schon mal gesichert.
Der Aussi hatte sich schlau gemacht, wie man von Kings Cross am besten um
die Zeit noch noch Earls Court kommt, und bekam dabei einen Hinweis mit dem
Bus. Soweit so gut, nur hatte der Bus die Eigenschaft, dass er schon über
30 Minuten Verspätung hatte. x_X
Mein Vorschlag, dass wir ein Taxi nehmen, und uns nach Earls Court fahren
lassen wurde von den Mädels abgelehnt, mit der Begründung, dass
sie zu wenig Geld dafür hätten, und das heimische Konto mit 200
und 400 Franken für das Weekend reichen muss.
Na gut, wir warteten also auf den Bus, der schlussendlich irgendwann mal auch
kam, und wir fuhren die Oxfordstreet entlang. Oxfordstreet ist sone Strasse
wie der Broadway in New York oder der Paradeplatz in Zürich, wo alles
by Default gleich mal das dreifache kostet. Die Mädels, beide etwa um
die 22 - 24 Jahre, benahmen sich eigentlich wie Teenies, die ein Brusthaar
von Jason Donovan oder einer dieser Take That-Schwuchteln erblicken: "Boah,
guck mal, ein Sherleys, ein C&A, ein dieses, ein Beneton, ein jenes, und
die Schuhe, da muss ich morgen gleich mal hin und einkaufen" Jaaa...
klar, dacht ich mir.. mit 400 Mücken auf dem Konto kriegste hier mal
einen feuchten Händedruck und einen freundlichen Tritt in den Hintern
mit ner Seidensocke für 399.95. Im Ernst: Hier gabs eigentlich alles
fancy-Zeugs für das dreifache von dem was es eigentlich wert war. Oxford-Street
halt.
Nun, die Busfahrt endete irgendwo im Nirwana mitten in der Stadt, und der
Aussi wusste nicht, wo wir waren. Wir liefen also ein paar Haltestellen und
die Mädels schwebten von einem Laden zum anderen und ich hörte schon
die Kreditkarte röcheln.
Irgendwann wars den Mädels und dem Aussi wirklich zu bunt, da es den
Bus, auf den uns der andere Busfahrer verwiesen hatte, nicht gab und wir entschieden
uns für ein Taxi. Dies war etwa gegen 1:30 Uhr morgens. Ich war schon
recht müde und wollte eigentlich ins Bett.
Das Taxi setzte uns bei Earls Court ab und ich kontaktierte meine Kollegin,
die das Hotel schon bezogen hatte, wie ich zum Hotel kommen kann. Sie gab
mir eine Wegbeschreibung, von wegen ich solle zur Bakery gehen, dort ein wenig
nach links und dann die Strasse runter. Ich sah aber keien Bakery und lief
also mal die Strasse leicht links runter, bis ich am anderen Ende war, und
kein Hotel in Sicht. Na gut, zurück, nochmal SMS, gleicher Beschrieb,
da schaute ich mal in die andere Strasse. Nach nochmal 15 Minuten latschen
gabs immer noch kein Hotel Ramsees.
Also zurück, da sah ich eine Bushaltestelle - mit lokalem Stadtplan und
Strassenbezeichnung. Und was musste ich da sehen!!! Earls Court hat 2 Ausgänge
- und ich stand promt am falschen. *grunz*
Na gut, die Strasse entlang, rüber, und bingo war da die Bakery. Nach
5 Minuten stand ich vor dem Hotel und meine Kollegin machte mir die Türe
auf. Um 2:30 konnte ich mich endlich aufs Ohr legen und dem nächsten
Tag entgegenträumen.
Freitag, 28.06.04
Das erste Ziel war Big Ben. Ich hab da also
meine Cam heisslaufen lassen und fleissig Pix gemacht. Nachdem wir noch ne
Runde an der Themse spazieren waren, hat meine Kollegin, die Claudia, festgestellt,
dass sie ihre Kamera im Hotel hat liegen lassen. Frauen halt.. *G*
Also zurück zum Hotel, ich war derweil im lokalen Mini-Supermarkt und
hab mich durch die Regale gekostet, was die dortigen Energydrinks so in sich
haben. Der "Shark"-Drink schmeckte mir neben dem "Red Rooster"
am besten und ich hab auch noch ein paar Büchsen für die Heimreise
eingepackt.
Also zurück zu BigBen und von da aus gings auf das Londoner Riesenrad,
gebaut von British Airways.
Die haben dort voll die gleichen Kontrollen gemacht wie am Flughafen.. könnte
ja sein, dass jemand die Kapsel entführen will. *G*
Nach dem Riesenrad spazierten wir der Themse entlang und stellten fest, dass
London schweinisch teuer war, wenn man sich ein paar Kleinigkeiten zum Beissen
kaufen will. Wir waren unterwegs zum London Tower Bridge, und unterwegs haben
wir noch den "the Clink" entdeckt,
das Londoner Gefängnis.
Mit bissel Überredung kam Claudia doch mit in den ehemaligen Knast, zumal
sie als angehende Lehrerin ihren Schülern schliesslich die interessanten
Seiten des Mittelalters erklären muss. Wen interessiert schon, was für
Nägel Luther gebraucht hat, um seine Zettel anzunageln. Was die Schüler
viel mehr interessiert ist, mit wievielen Nägeln man die Gefangenen angenagelt
hat, bevor man sie übers Rad gebrochen hat oder mit was für anderen
Intstrumenten sie bearbeitet worden sind.
Anschliessend ging die Fussschweisstreibende Lauferei weiter zur HMS
Belfast, ein ausgedientes Kriegsschiff, das auf der Themse für die
Besucher freigegeben ist.
Im Hintergrund der Belfast sah man schon die Türme des London Tower Bridge,
leider hatten wir nicht das Glück, dass die Brücke geöffnet
wurde.
Auf der anderen Seite zu unserer rechten gabs auf die Lauferei erst mal ein
Eis beim besten Eis-hersteller der Welt: Häagen Dazs!
Nach der kleinen Kaloriensünde schlappten wir weiter
zum London Tower. Es war allerdings schon 17:30 und die meisten Ausstellungen
machen brav um 18 Uhr dicht. Na gut, was solls, kommen wir später wieder.
Ich liess es mir aber nicht nehmen, doch noch ein paar Bilder vom Tower zu
machen, wo die Kronjuwelen der Queen ausgestellt sind.
Unsere nächste Fahrt ging zum Trafalgar Square,
um von dort aus mal nach einem Lokal umzusehen, wo wir was passendes zu Essen
finden. Erst latschten wir im Gemüse rum, auch einmal quer durch Chinatown,
wo wir morgen essen wollten.
Nachdem ich was leckeres auf der Speisekarte von Angus Steakhouse gefunden
habe, war die Sache schnell besprochen und wir gingen dort futtern. Nach dem
Essen waren wir im Kino den neu erschienen Film "The day after tomorrow"
schauen.
Samstag, 29.06.04
Aufstehen war um 8 Uhr, damit wir in Camden Market noch einkaufen konnten,
bevor wir um 11:30 beim Buckingham Palast
für die Wachablösung bereitstanden.. naja.. wir waren um 11:10 beim
Palast und haben erst mal ne Runde gewartet. um 12 Uhr ging der Zirkus los
und dauerte rund bis 12:30. Das beste an der Sache war: Son Aufwand gibts
genau 3 mal im Jahr. Der normale tägliche Wechsel läuft sonst in
einem viel kleinerem Rahmen ab.
Nach Buckingham gings auf den Markt in .... wo Essen
und später Einkaufen angesagt war. Auf dem Markt konnte man schlicht
und einfach alles kaufen. Angefangen von Psylos (diesen tollen magischen Pilzchen
mit den bunten Effekten) bis hin zu Haschpfeifchen konnte man hier alles kaufen
was mehr oder weniger noch im legalen Rahmen sich bewegte.
Gegen halb Vier gings dann weiter ins Wachsfigurenkabinett
von Madame Tussaud. Nach 45 Minuten anstehen durften auch wir rein und
uns umsehen. Das beste war dann "The Chamber" wo Akteure durch dunkle
Gänge huschten und den Besuchern einen tüchtigen Schrecken einjagten.
Auf den Schrecken hinab gings zum Shoppen an den
Trafalgar Square. Da ich gerne Country und sonst verschiendstes an Musik mag,
suchte ich im dortigen CD-Laden nach den "Proclaimers" und den "Woolpackers".
Die Proclaimers fand ich sofort, aber für die Woolpackers musste ich
frage. Jemand da oben mag mich anscheinend, da es noch genau EINE CD der Woolpackers
zu kaufen gab - Im Untergeschoss. Nichts wie runter und die Kreditkarte glühen
lassen, da ich schon seit Jahren hinter der CD her bin.
Nach vollbrachtem Werk der Verschwendung monetärer Kaufkraft in digitaler
Form gingen wir zum Essen im Chinatown und anschliessend heim ins Hotel, zumal
uns ein weiterer stressiger Tag bevorstand.
Sonntag, 30.06.04
Um 9 Uhr standen wir am Bahnhof von London um den Zug nach Windsor
Castle zu nehmen.
Back in London entschieden wir uns zu splitten,
da ich in den Dungeon wollte, und Claudia Notting Hill aus dem gleichnamigen
Film sehen wollte.
Ich also ab in die Subway und zum London Tower gefahren - und prompt wieder
den falschen Ausgang erwischt. Ich latschte etwa 30 Minuten lang im Gemüse
rum, fragte diverse Leute, wie ich zum Dungeon komme, und jeder sagte mir
was anderes. x_X
Das Ergebnis war, dass ich in einem Fahrradverleih landete und fragte, wo
denn der Dungeon sei. Die Antwort war wohl eine Ironie des Schicksals: 200
Meter weiter in die Richtung, die ich eh schon lief.
Also lief ich weiter und nach einigen Schritten tauchten schon die Fackeln
des Dungeons auf. Prima, erst 16:30, die machen erst um 17 Uhr zu, da hab
ich gemütlich Zeit.
Ich will mich also einreihen, da steht eine Mitarbeiterin des Dungeons und
sagt: Tut mir Leid, wir haben für heute schon geschlossen. *argh*
Na gut.. also geh ich den "Tower of London" anschauen, der hat bis
18 Uhr offen. Zu Fuss dürfte es nicht weit sein, da ich die Brücke,
welche ich am Vortag schon gesehen habe, in Sichtweite war - Luftlinie etwa
2 - 300 Meter.
Na gut, ich lauf mal die Strassen entlang und schau immer wieder beim überqueren
der Strasse, ob ich die Brücke sehe, denn die Strasse, so erinnerte ich
mich, führte gerade durch. Nach jeder Strasse, die ich überquerte,
sah ich nur: Ne, die führt nicht zur Brücke - Bis ich dann an der
nächsten U-Bahn-Haltestelle stand, zu der ich gar nicht hin wollte. Voll
gefrustet, mit der Frage im Hinterkopf, was ich denn nun machen soll, sah
ich einen Teeladen, der auch das "Museum of Tea" war. Also gönnte
ich mir eine Tasse besten britischen Tees, und genoss selbigen zu der ruhigen
klassischen Musik, die da im Hintergrund lief. Ich blieb etwas mehr als eine
halbe Stunde dort drin, bis ich mich entschlos, schon mal zum Treffpunkt zu
fahren.
Also runter in die Metro und ab zum Trafalgarsquare.
Es war erst 17:30, da nutzte ich noch die Zeit um im Virigin Megastore zu
shoppen.
Der Laden machte um 18 Uhr dicht und ich hatte wieder eine Stunde zum rumbringen,
da ich erst um 19 Uhr mit Claudia abgemacht hatte. Und - wie auch schon damals
in Australien - setzte ich mich ins Internetcafe um die Ecke und surfte erst
mal eine Runde. *G*
Um 19 Uhr ging ich mit Claudia in einem "All-you-can-eat"-Schuppen
essen.
Sie erzählte mir, dass Notting Hill eigentlich genau so ein verschlafenes
Plätzchen ist, wie im Film, und es gibt, genau wie im Film, genau nichts
zu sehen und es ist, wieder genau wie im Film, genau nichts los. *grins*
Nach dem Essen gings langsam richtung Hotel, zumal wir müde waren von
der Lauferei und zum anderen, weil wir am Montag unsere Rückreise antreten
mussten - und ich gleich am Montag Abend Nachtschicht hatte.
Montag, 31.06.04
Wir standen zeitig auf, um nochmal salzige Butter und Konfitüre auf zu
Dreiecken geschnittenem Toast zu essen, und wir fuhren auf 9:45 zum Dungeon,
den ich nur ungern verpassen wollte. Der Dungeon war weniger Claudias Geschmack,
also gind sie noch bissel shoppen und auf 11 Uhr zum Aquarium, das mich nicht
sonderlich reizte, zumal ich schon die 2 grössten Aquarien der Welt in
Sydney und Melbourne schon gesehen hatte. Der
Dungeon of London war echt sehenswert und die Leute wurden in kleinen
20er Grüppchen durch den Dungeon geführt.
Ich kam erst um 11:30 aus dem Dungeon raus, fuhr
dann aber zum Aquarium, um anschliessend mit Claudia zum Hotel zu fahren und
unser Gepäck zu holen. Es kam wie es kommen musste: Die Technik der SMS
versagte und sie erhielt mein SMS etwa 2 Stunden später als geplant.
*Grunz* und wir verpassten uns.
Ich kam mit einer leichten Verspätung beim Hotel an und wir fuhren nach
Kings Cross um von dort aus nach Luton zu fahren.
Zum Glück ging alle 15 Minuten ein Zug nach Luton, und dank Tiki'sscher
Meisterplanung hatten wir genug Zeit. *grins*
Allerdings hatte der Meister der Planung mit einem nicht gerechet: mit dem
Fahrverhalten der britischen Bahn!
Unser Zug sollte um 13:30 fahren, und wir standen um 13:20 am Gleis - und
bingo! Der Zug wurde gecancelt!
Na gut, der Tiki'ssche Meiterplan hatte zum Glück noch bissel Reservezeit
eingeplant und selbst der Zug um 13:45 reichte uns um um 14:15 in Luton zu
sein. Von da aus nochmal 5 Minuten warten auf das Shuttle, nochmal 5 Minuten
Fahrtzeit bis zum FLughafen und einchecken mussten wir auch noch. Aber wir
waren offensichtlich nicht die einzigen, die etwas spät dran waren und
wir konnten den Flieger gemütlich erwischen. Die Sicherheitskontrollen
waren zum Glück emsig bei der Arbeit und ich musste nicht den gleichen
Strip auf die Matte legen wie beim Herflug von Zürich aus. :-/
Abflug und Landung erfolgte zu den vorhergesehenen Zeiten und ich war froh
rechtzeitig zu Hause zu sein, um mich und mein Notebook auf die Nachtschicht
vorzubereiten.